Lugano 9.4.2004

Stellungnahme zum Project des Wetzikonner Gymnasium

Das Fass ist voll!!!

Die extremistischen Sparmassnahmen zerstören die Schule!

Die Tessiner unabhängige Gewerkschaft der Studenten und Auszubildende (SISA, Sindacato Indipendente degli Studenti e Apprendisti) hat mit Bestürzung und Sorge von dem Projekt des Wetzikonner Gymnasiums kenntniss genommen. Dieses seht vor die Schulpräsenz im Mathematik-, Deutsch-, Französisch-, Englischunterricht und im Wahlfach um 3/4 zu reduzieren. Statt der gewöhnlichen Lektionen wird dann nur eine Liste von Aufgaben und Ziele gegeben mit der sich die Schüler selber auseinandersetzen müssen. All dies um 180'000 Franken einzusparen.

Wir sehen dieses Projekt mit grosser Sorge, Enttäuschung und Wut als die Kundgebung des Zerfalls und des kläglichen Versagens des Schulsystems, dass wir schon seit zu vielen Jahren dulden. Zitiere „ Das Project das Schulprogramm beeinträchtigen". Was die Herren damit meinen ist vielleicht nicht einmal ihnen klar, und was dass für Konsequenzen haben könnte erst recht nicht.

Da wir schon von extremen Massnahmen sprechen möchten wir, mit guter Swifts Ironie, dem Zürcher Schuldepartement vorschlagen die ganze Schule auf 5 Jahre Grundschule zu reduzieren, die man selbstverständlich auch via Internet folgen könnte.

Es gibt Grundlagen die unerlässlich für die Erziehung sind, dazu gehören Kommunikation, Vergleich und die Auseinandersetzung mit Lehrern und Gleichaltrigen, die würden mit der Verwirklichung des Projektes ausfallen.

Wir fragen euch: welche ist die Zukunft des Schulsystems? Und welche werden dessen Ziele sein? Wird das Gymnasium im Stande sein den Studenten weiterhin eine Grundkultur zu vermitteln?

Wir dachten, dass die Schule ein Angel der Kultur, des Unterrichtes und des Wissens sei. Die Schule sollte eine Plattform für Kommunikation, Dialog, Sozialer Austausch sein. Aber wir müssen feststellen, dass unsere Vorstellungen sich immer wie mehr von der Realität entfernen.

Kein Buch und keine E-mail der Welt können persönliche Werte und Erfahrungen ersetzen. Die Kommunikation, der Austausch sind die Grundlagen unserer Kultur. Hätte Aristoteles seine Theorien entwickeln können ohne seinen Lehrer? Wohl kaum. Das gleiche gilt für Michelangelo und Raffaello, und viele andere Hauptfiguren unserer Geschichte. Diese Kulturelle Wurzeln kann man nicht einfach so mit einer Liste ersetzen.

Wir hoffen, dass man die Absurdität des Projektes erkennt und dem ein Ende setz, und nicht unserer Kultur, unserer Gesellschaft und der Möglichkeit der Begegnung verschiedener Realitäten die voneinander nur profitieren können.

Sind heut zu Tage, die Erziehung der zukünftigen Generationen, die Interaktion und der Vergleich nur noch 180'000 Franken wert?

Es ist lächerlich diesen Wahnsinn rechtfertigen zu wollen mit den schönen Worte „man wolle die Autonomie der Studenten fördern".

Fragt euch, ob ihr es wirklich verantworten könnt die Bildung der künftigen Ärzte, Schriftsteller, Biochemiker, Politiker, der Generation die unser Land eines Tages leiten wird, ins Ungewisse zu stürzen. Was für mittel werden diese haben um den Problemen die ihr, und vielleicht auch wir, ihnen als traurige Erbschaft hinterlassen werden, zu lösen? Wollen wir wirklich heute ein Paar tausend Franken einsparen um sie morgen wieder zwanghaft investieren zu müssen? Es hat Jahrhunderte gedauert bis wir endlich ein funktionierende, öffentliche, für alle zugängliche obligatorische Schule hatten, und jetzt baut man das ganze wieder ab? Man fragt sich wo die Philosophie, die Ethik und der gesunde Verstand geblieben sind.

Wir hoffen auf eine sofortige, entschiedene und einstimmige Protestreaktion von seiten der Studenten, der Professoren, der Familien und der ganzen Gesellschaft, die wir, wie uns möglich, unterstützen werden.

Im Namen der SISA und FESAL – E

Tina Olt